+ meiner geliebten Großmutter Margarete (Gretel) Müller am Samstag, den 02. April 2016, 13h34 im Mutterhaus der Borromäerinnen Trier

Meine geliebte Großmutter Margarete Müller hat uns gestern gegen 13h35 unerwartet verlassen und ist heimgegangen in Richtungen ewige Gemeinschaft in der bedingungslos liebenden Gegenwart ihres Schöpfers. Vielen Bekannten, Freunden und Verwandten war sie während ihrer langen Lebenszeit freundliche und liebenswerte Gastgeberin und Freundin.

Mir war sie Alles in Allem, ohne meine Großeltern wäre ich nicht der, der ich bin! Danke!

Weiteres Details folgen.

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Liebe Freunde,

die Auferstehungsfeier aus Anlaß des Todes meiner Oma findet am nächsten Mittwoch, den 13. April 2016 um 14h30 in der Marienkapelle auf dem Friedhof St. Matthias, gefolgt von der Eucharistiefeier in der Matthias-Basilika und einer anschließenden Agape in den Räumen des Bestattungsinstitues Grand in der Wisportstraße 7, 54295 Trier.

Die Matthias-Basilika befindet sich unter folgender Adresse: Matthiasstraße 85, 54290 Trier.

Ihr braucht mir keine Rückmeldungen zu geben, wenn ihr mich und meine Angehörigen bei diesem vorläufigen Abschied von meiner Großmutter begleiten wollt. Ich freue mich über Jede/-n, der einfach dabeisein kann, kommt, mitsingt, mitbetet, die Hoffnung feiert und vielleicht danach noch einen Moment der Begegnung mit uns verbringt!

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Chers amis,

la célébration à l‘ occasion de l’ adieu préliminaire de ma grand-mère aura lieu le mercredi, le 13 avril 2016 à partir de 14h30 dans la chapelle Ste. Marie au cimetière Saint Matthias, suivie de l’ eucharistie dans la basilique St. Matthias et d’ une agape dans les locaux de pompes funèbres Grandjean, Wisportstraße 7, 54295 Trèves.

La basilique St. Matthias se trouve sous l’ adresse suivant : Matthiasstraße 85, 54295 Trier.

Si vous voulez venir, il n’y a pas de nécessité de m’ informer avant. Si vous voulez nous accompagner à ce l’ occassion, venez tous simplement pour chanter, prier et célébrer avec nous l’ ésperance et rester après encore avec nous pour un moment de rencontre personnelle !

Freunschaftlichst/ Amitié,

Karsten.

Karsten Steil-Wilkes Foto.
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Würdigung Gretel Müller im Trauergottesdienst am Mittwoch, den 13. April 2016 um 15h00 in der Basilika St. Matthias gehalten von Bruder Athanasius Polag OSB

Karsten: Liebe Familie, liebe Freunde, herzlichen Dank, dass ihr noch einmal mit uns hier zusammen gekommen seid, um vorerst Abschied zu nehmen von Gretel Müller, die uns/ euch Mutter, Schwiegermutter, Oma, Uroma oder Freundin war, die uns am Samstag, den 02. April 2016 um 13h35 im Mutterhaus vorläufig verlassen hat. Ihre Kräfte hatten zu guter Letzt nicht mehr ausgereicht, um ihrer Lungenentzündung etwas entgegen zu setzen.

Silke: Antoine de Saint-Exupéry schreibt in seinem „Kleinen Prinz“ im Gespräch zwischen dem Kleinen Prinzen und der Rose: „Hast du Angst vor dem Tod?“, fragte der Kleine Prinz. Darauf antwortete die Rose: „Aber nein. Ich habe doch gelebt, ich habe geblüht und meine Kräfte eingesetzt, soviel ich konnte. Und Liebe, tausendfach verschenkt, kehrt wieder zurück zu dem, der sie gegeben. So will ich warten auf das neue Leben und ohne Angst und Verzagen blühen.“

Diese Zeilen des Franzosen fassen wunderbar das Wesen unserer Oma zusammen.

Karsten: Liebe, Treue, Einfachheit charakterisierten Gretel Müller.

Liebe: Empfindsamkeit und Mitgefühl für die Situation der Menschen in ihrem Umfeld waren kennzeichnend für sie, aber auch für sie und ihren Mann als Paar. Wenn irgendwer aus ihrem familiären oder sie umgebenden Umfeld bedürftig war, materiell oder seelisch, haben beide nicht lange gefackelt, sondern gerne abgegeben von dem Materiellen, was sie bis zuletzt immer in ausreichendem Maße, aber nie im Überfluß hatten. Wer ein gütiges Ohr brauchte, fand bei ihr immer Zeit und eine offene Tür. Vorurteile, kulturelle, sprachliche und religiöse Grenzen spielten dort nie eine Rolle. In den Zeiten, in denen unsere Familie sich in Auflösung befand waren sie unsere einende Klammer und das bergende Obdach. Vielleicht waren die eigenen Entbehrungen, der Hunger, die absolute Zerstörungskraft des Hasses und die existenzielle Bedeutung der Solidarität, die sie in jüngsten Jahren im Kriege erleben mussten, die Quellen dieser Haltung. Alles das bewahrte sie nicht davor, in der Familie selbst den Bannstrahl von Willkür und Rücksichtslosigkeit zu erfahren. Schläge, die sie tief geprägt haben. Ihre Liebe war oft ohne Maß und Begrenzung und so desöfteren auch schutzlos. Sich abzugrenzen war nicht die Sache unserer Oma, unserer Großeltern.

Treue: Neben der Liebe war die Treue ein wichtiges Merkmal, der Gretel ausgemacht hat. Besonders auch in der Treue zu ihrem 2009 verstorbenen Mann Johann. Im Juli 2009 konnte sie zusammen in ihrem Wohnzimmer Gott Danke sagen für 60. gemeinsame Jahre im Rahmen einer Eucharistie mit Bruder Augustinus. Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre, wie tief mein Opa, der ansonsten nicht so nah am Wasser gebaut war, währen des ganzen Gottesdienstes von Tränen gerührt war. Vielleicht hat er da schon geahnt, dass er am 23. Oktober seiner Frau in die Ewigkeit vorrausgehen sollte. Den Großteil ihres Lebens haben beide zusammen verbracht und ebenso in der Beziehung zueinander Distanz und Nähe, Licht und Schatten durchlebt, sich aber die Treue gehalten. Solange es ihre Kraft zuließ, waren die mehrmals wöchentlichen Momente am Grab ihres Mannes ein fester Termin in ihrer Woche. Vergebung und Weitermachen, so ihr Credo.

Einfachheit: Fundament all dessen war bis zuletzt ihr tiefer und einfacher gelebter Glaube. Besonders geprägt hat diesen die Aura dieses Ortes hier, geprägt von Benediktinischer Bodenständigkeit und alten, tiefen Wurzeln, die Ruhe vor dem Andachtsbild der Mattheiser Mutter Gottes und der Verehrung des Heiligen Rockes im Dom. Wer unsere Oma kannte, weiß, dass sie barocke Gesten und abgehobenes Reden nicht sehr schätzte. Sie war eine in Gesten und Worten einfache Person. Sie versuchte zu sagen, was sie lebte und zu leben, was sie sagte.

Silke: Du warst für mich und meine Kinder wie eine Mutter und ein lieber Engel, du fehlst uns so unendlich. Danke, dass wir ein Teil in Deinem Leben sein durften. Pass gut von dort oben auf uns auf! Wir werden Dich immer lieben!

Karsten: Ein Gedanke von Dietrich Bonhoeffer zum Abschluß:

Es gibt nichts, was die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann ; und man soll das auch gar nicht versuchen, man muss es einfach aushalten ; das klingt zunächst sehr hart, aber zugleich ist es ein großer Trost, denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden.

Zusammen: Danke und auf ein Wiedersehen!


 

 

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