Biografie

Mein Name ist Karsten Hans Steil-Wilke, ich bin am 11. Juli 1972 in Trier an der Mosel geboren.

Von 1982 an habe ich das Staatliche-Hindenburg-Gymnasium in Trier besucht und dort 1992 mein Abitur gemacht.

Meine Eltern sind meine Mutter Edith Steil, geborene Müller,  und mein Vater Willi Steil. Meine Schwester Silke hat im Jahre 1977 das Licht der Welt erblickt. Zudem habe ich noch zwei Brüder: Kristian und Jens Wiechers-Steil.

Ein im wahrsten Sinne des Wortes einschneidendes Ereignis war die Scheidung meiner Eltern im Jahre 1986.
Eine wesentliche Stütze, Ratgeber und Freunde in meinem weiteren Leben waren und sind bis heute meine Oma Gretel Müller, geborene Wintrath, und mein Opa Johann Müller.

Neben vielen anderen Menschen habe ich vor allem ihnen nichts weniger als mein Leben zu verdanken. Dank dieser Menschen kann ich sagen: ´Ich bin, was ich bin.´

Nach dem Abitur habe ich im Rahmen des Projektes J.E.V. ( Jesuit European Volunteers) der Jesuiten im Behindertenheim ‚Maria-Frieden‘ in Berlin-Niederschönhausen gearbeitet. Geprägt hat mich hier vor allem die Begegnung mit der Ignatianischen Spiritualität. Hier habe ich Respekt und Sensibilität vor dem Antlitz, der Person und der Würde auf unterschiedlichste Weise in unserer Gesellschaft ausgegrenzter Menschen erlernen dürfen. Durch die Aneignung der Perspektive dieser Menschen kann ich mich der Perspektive des gekreuzigten Gottessohnes, dem Weg der Demut und der Erniedrigung, in unserer Welt und meinen eigenen Kreuzen bewußter nähern. Den Anteilen in mir und meiner Umwelt, die ich am Liebsten übersehe. Doch meines Erachtens ist nur in der Versöhnung mit diesen „Schatten“ und ihrer Integration, versöhnte Existenz in mir und um mich, also eine Ahnung von Auferstehung, möglich. Hier erwachte mein Interesse für Politik und Glaube, sowie die südamerikanische Befreiungstheologie.

Im Anschluss daran habe ich in Trier im Wintersemester 1993 mit dem Studium der Theologie und der Philosophie begonnen. Weitere Studienschwerpunkte waren Soziologie/ Germanistik und Wirtschaftswissenschaften.  Im journalistischen Bereich konnte ich Erfahrungen sammeln als Freier Mitarbeiter des ‚Trierischen-Volksfreundes‘, des Trierer Bistumsblattes ‚Paulinus‘, des Evangelischen Pressedienstes (epd), sowie weiterer Druckerzeugnisse und Pressedienste. Praktika absolvierte ich bei der Rundfunkarbeit des Erzbistums Berlin, der Pressestelle des Theaters Trier und der Pressestelle des Deutschen Bundestages in Berlin.

Zusammen mit einigen Freunden gründete ich innerhalb der Katholischen Hochschulgemeinde während des Studiums den ‚Arbeitskreis Obdachlosigkeit‘, der bis heute besteht. Innerhalb des Studiums galt mein besonderes Interesse der Pastoraltheologie, der Christlichen Sozialethik, der Religionssoziologie und der Dogmatik. Im Bereich der Sozialethik konnte ich regelmässig an Kolloquien des Oswald-von-Nell-Breuning-Institutes an der Theologisch-Philosophischen Hochschule St.Georgen unter der Leitung von Pater Professor Friedhelm Hengsbach SJ teilnehmen. Meine Diplomarbeit habe ich im Fach Christliche Sozialwissenschaft bei Pater Professor Wolfgang Ockenfels OP zum Thema ‚Die Zukunft menschlicher Arbeit im Sozialwort der Kirchen und in den Empirischen Sozialwissenschaften – Chancen und Grenzen des Dialoges zwischen Empirie und Theologie‘ geschrieben.

Seit der Beendigung meines Studiums der Theologie und Philosophie im Jahr 2000 an der Theologischen Fakultät Trier, sowie des Zusatzstudiums „Medien/ Öffentliche Kommunikation“ an der Theologisch-Philosophischen Hochschule St. Georgen/ Ffm. , mit einer Abschlussarbeit zum Thema ´Staatlicher Dirigismus und Protektionismus oder Förderung des demokratischen Meinungspluralismus? – Die staatliche Förderung der geschriebenen Presse im Großherzogtum Luxemburg am Beispiel der Tageszeitungen´, arbeite ich seit dem 1. April 2000 als Pastoralreferent im Erzbistum Luxemburg.

Im Rahmen meiner Medienausbildung habe ich eine Weiterbildung zum Ausbilder/ Entwickler von spirituellen Kirchenführungen
(„Si lapides loquantur – Wenn Steine sprechen“, Katholische Fernseharbeit des ZDF, 2000) mitgemacht.

Die Schwerpunkte meiner Arbeit sind Ausarbeiten und Präsentation von pastoralen Projekten, die Begleitung von ehrenamtlichen Gremien, theologische und spirituelle Begleitung, sowie Kinder-, Jugend-, Alten-, Erwachsenen- und Immigrationsarbeit bzw. -pastoral, Koordinator der Sozialpastoral im Pfarrverband Kayltal.
Mein Einsatzgebiet war bis ins Jahr 2004 zum einen die Pastoralregion Süden (diese umfasst die drei Dekanate Bettembourg, Esch-sur-Alzette und Koerich).

Hier arbeitete ich bis 2004 mit Regionaldechant Raymond Streweler, der Regionalpastoralassistentin Schwester Josette Muller, sowie der beigeordneten Regionalpastoralassistentin Andrée Biltgen, zusammen.
Ich bin seit 2004, zusammen mit Moderator Pfarrer Laurent Fackelstein, Mitglied des Pastoralteams im Pfarrverband Kayltal, der sich aus den drei Pfarreien Kayl, Tetingen und Rümelingen zusammensetzt.

Am 04. Dezember 2004, dem ,Fest der Heiligen-Barbara´, der Patronin der Bergleute, Feuerwehrleute und anderer, habe  ich im Zug zwischen Trier und Augsburg, mein grosses Glück gefunden: meine Frau Kathrin.
Standesamtlich geheiratet haben wir am 02. Januar 2006 um 10. 30 Uhr im Standesamt der Stadt Steinach in Thüringen, der Heimat meiner Frau. Das Sakrament der kirchlichen Ehe spendeten wir uns am 15. Juli 2006 um 16. 00 Uhr in der Kirche St. Valerius in Trier, meiner Heimatkirche und -gemeinde.

Zu unserer kleinen Familie gehören desweiteren ´the next generation´, unsere Kinder Daniel, Benedikt und Johanna, sowie Kathrin’s Mutter Ilse mit ihrer stolzen Pudelfrau Hedda.

Am Abend (22:08 Uhr) des 02. März 2006 ist unser Sohn Benedikt Philipp auf die Welt gekommen, er war bei der Geburt 4670 Gramm schwer und 53 Zentimeter lang.

Oblate des Kamaldulenser-Benediktiner-Ordens bin ich, seitdem ich am 20. Oktober 2007 in Berlin mein Versprechen abgelegt habe ( siehe LINKS).

Von April 2008 bis Frühjahr 2010 habe ich an einer beruflichen Weiterbildung zum Christlich-Islamischen-Dialog des TPI Mainz (www.tpi-mainz.de) teilgenommen, in dessen Rahmen ich, in Zusammenarbeit mit dem SeSoPI (www.sesopi-ci.lu) und dem Centre-Culturel-Islamique in Mamer/ Luxemburg ( http://www.islam.lu), versuche, eine Begegnung von islamischen und christlichen Jugendlichen mit Elementen der Reflektion des eigenen Glaubens, des Kennenlernens und des Austausches, zu erarbeiten. Diese Fortbildung habe ich mit einem Zertifikat abgeschlossen.

Darüber hinaus ist seit 2007 auch das Projekt „Gott-im-Fussball“ ein Projekt in meiner Arbeit mit Jugendlichen. Dabei wird versucht, über den Fussball und schon existenten Orten der Begegnung von Glauben, Religion und Sport (2007: Besuch der Jugendkirche Tabgha in Oberhausen und der Kapelle „Auf Schalke“; 2008: Besuch des Fussballclubs AJ Auxerre in Frankreich (vom Pfarrer Ernest Deschamps gegründet, Begegnung mit Jugendlichen vor Ort und Besuch des Spiels Auxerre-Lyon ; 2009: Besuch der TSG Hoffenheim und des Umfeldes; 2011: Besuch bei Werder Bremen, 2013: Besuch beim FC Liverpool; 2014: Bayern München), den Jugendlichen die Augen für die Gegenwart Gottes in der Welt und in der Alltags- und Sportkultur zu öffnen. Während der EM 2008 wurde das Projekt in den Räumen der  Katholischen Hochschulgemeinde in Trier (KHG) auf Anfrage des Mentorates der LaientheologINNen und Lehramtsstudierenden diesen vorgestellt.

Seit Ende 2006 gibt es in unseren drei Pfarreien Kayl, Tetingen und Rümelingen den sogenannten „Jugodi-Grupp“, der etwa drei Mal pro Arbeitsjahr (Schuljahr) versucht jugendgemässe Gottesdienste vorzubereiten, die von Pfarrer Edmond Ries  geleitet werden (letzte Themen: „Harry Potter meets Jesus“ – Harry Potter und die Quellen des Lebens ; „Xavier for the Saviour“ – ein Gottesdienst zu Leben, Glauben und Musik von Xavier Naidoo, Manga-Gottesdienst, „Welt-Meister“-Gottesdienst zur WM 2010 Mit dem Luxemburger Nationalspieler Joel Kitenge, usw..).

Einmal pro Monat triff sich samstags die Gruppe MC (Méthode Cardijn, eine Gruppe von Jugendlichen, die Lebensthemen nach der Methode „Sehen-Urteilen-Handeln“ der Christlichen Arbeiter-Jugend bearbeitet, genauer wie die „Révision de Vie“) von 15.30 bis 17.30 Uhr für ältere Jugendliche ab 13. Jahren im Pfarrhaus von Rümelingen nach Vereinbarung. Die Arbeit der Gruppe orientiert sich an der Arbeit der JOC (Jeunesse Ouvrière Chrétienne) und wird von den teilnehmenden Jugendlichen selbstverwaltet. Bei den Treffen steht das Zusammensein, der Austausch, und die Reflektion des eigenen Lebens im Mittelpunkt.

Zweimal pro Monat öffnet auch die interkulturelle Bibliothek „De Lies-Eck“, ebenfalls im Veräinshaus Rümelingen, von 2014 an wird das mit einem halbjährlichen medialen Programm begleitet.

Die interkulturelle Bibliothek ist Teil des Projektes „AGIR“ in dem versucht wird bei Kindern der Primär(Grund-)schule mit Sprach- und Leseschwierigkeiten und/oder Migrationshintergrund, die Lust an der Beschäftigung mit der eigenen Sprache und dem Lesen zu wecken, um so selbst aktiv in diesem Feld für sich zu werden. Die treffen finden immer donnerstags in der Schulzeit von 14.00 – 17.00 Uhr statt. „AGIR“ kooperiert mit dem „Maison Relais“ der Stadt Rümelingen cirka vier Mal pro Schuljahr.

Hier gibt es seit 2009 auch die Kleiderkammer „Talitha Kum“ und die SEK, Sozialéquipe Kayldall.

In Gründung: Arbeitskreis Sportcoaching und -mentoring.

In den frühen Morgenstunden vom Freitag, den 23. Oktober 2009 stirbt mein geliebter Großvater Johann Müller nach kurzer, schwerer Krankheit, kurz vor Vollendung seines 85. Lebensjahres im Trierer Elisabeth-Krankenhaus. Ein Einschnitt in meinem Leben und dem Leben meiner Familie. Möge er die Vollendung seines Lebens in der liebenden Gegenwart seines Schöpfers schauen! Diese Hoffnung ist unerschütterlich.

In einem Nachruf auf ihn schreibe ich:

Liebe Freundinnen und Freunde,

voller Trauer teile ich euch den Tod meines geliebten Großvaters Johann Müller mit, der nach kurzer und schwerer Krankheit heim zu seinem Schöpfer gegangen ist.

Es ist das Eine, zu wissen, dass ein geliebter Mensch einen verlässt und das Andere, dann konkret mit dem Abschied konfrontiert zu werden.

Ich habe in diesem Moment von Trauer und Abschied vor allem Grund dankbar zu sein, diesen Menschen gekannt zu haben. In vielerlei Hinsicht wäre ich heute nicht der, der ich bin, ohne meinen Grossvater: einem einfachem Arbeiter, Schlosser bei der Deutschen Bundesbahn, mit viel Sinn für strukturell organisierte Formen von Gerechtigkeit für abhängig Beschäftigte und Bewusstsein um seine Herkunft.

In vielen Momenten meines Lebens hat er zusammen mit meiner Großmutter, Margarethe Müller, mir und meiner Familie Halt, Obdach, Zuneigung und Hilfe gegeben. Ohne viel Aufhebens, ohne Bedingungen, mit viel Herzenswärme. Er wird mir mit seiner nüchternen Art und seinem trockenen Humor fehlen. Er wird als geliebter Mensch in meiner Erinnerung bleiben.

Erst vor kurzem, am 15. Juli 2009, war es ihm noch geschenkt, zusammen mit meiner Großmutter, seiner Frau, ihren 60. Hochzeitstag gemeinsam begehen zu können!

Es bleibt aber auch meine tiefe Hoffnung, dass er uns, meiner Familie bloß zur Vollendung im Angesicht Gottes und seiner Liebe vorrausgegangen ist.

Am 06. Mai 2010 erhalte ich mein Abschlusszertifikat meiner zweijährigen Ausbildung zum Christlich-Islamischen Dialog in Schmerlenbach bei Aschaffenburg.

´Our third star is born…´ – `Unser dritter Stern ist heute geboren…`: Heute, Dienstag, den 21. Dezember 2010 um 19.43 Uhr ist Johanna Luzia Katharina Ilse Gretel Edith Wilke mit dem Gewicht von 4450 Gramm und einer Länge von 53 Zentimetern in unsere Welt eingetreten! Wir, Kathrin, Karsten, Daniel, Benedikt, Ilse und Pudelfrau Hedda, sind stolz und glücklich über diesen Zuwachs in unserer Familie!

Nach 15 Jahren Arbeit als Pastoralreferent in den Pfarreien Kayl, Tetingen und Rümelingen, bin ich mit Datum vom 12. Juli 2014 als Pastoralreferent für den Pfarrverband Steinsel und Walferdingen ernannt worden. Ab 01. Januar 2015 ist zudem ein Praktikum in der Gefängnisseelsorge vorgesehen. Zudem bin ich seit dem 06. April diesen Jahres offiziell Mitglied des Kreises der Anwärter für das Ständige Diakonat im Erzbistum Luxemburg.

+ meiner geliebten Großmutter Margarete (Gretel) Müller am Samstag, den 02. April 2016, 13h34 im Mutterhaus der Borromäerinnen In Trier
***
(siehe auch unter: www.karsten-steil-wilke.de )

Meine geliebte Großmutter Margarete Müller hat uns gestern gegen 13h35 unerwartet verlassen und ist heimgegangen in Richtungen ewige Gemeinschaft in der bedingungslos liebenden Gegenwart ihres Schöpfers. Vielen Bekannten, Freunden und Verwandten war sie während ihrer langen Lebenszeit freundliche und liebenswerte Gastgeberin und Freundin.

Mir war sie Alles in Allem, ohne meine Großeltern wäre ich nicht der, der ich bin! Danke!

Weiteres Details folgen.

***

Liebe Freunde,

die Auferstehungsfeier aus Anlaß des Todes meiner Oma findet am nächsten Mittwoch, den 13. April 2016 um 14h30 in der Marienkapelle auf dem Friedhof St. Matthias, gefolgt von der Eucharistiefeier in der Matthias-Basilika und einer anschließenden Agape in den Räumen des Bestattungsinstitues Grand in der Wisportstraße 7, 54295 Trier.

Die Matthias-Basilika befindet sich unter folgender Adresse: Matthiasstraße 85, 54290 Trier.

Ihr braucht mir keine Rückmeldungen zu geben, wenn ihr mich und meine Angehörigen bei diesem vorläufigen Abschied von meiner Großmutter begleiten wollt. Ich freue mich über Jede/-n, der einfach dabeisein kann, kommt, mitsingt, mitbetet, die Hoffnung feiert und vielleicht danach noch einen Moment der Begegnung mit uns verbringt!

***

Chers amis,

la célébration à l‘ occasion de l’ adieu préliminaire de ma grand-mère aura lieu le mercredi, le 13 avril 2016 à partir de 14h30 dans la chapelle Ste. Marie au cimetière Saint Matthias, suivie de l’ eucharistie dans la basilique St. Matthias et d’ une agape dans les locaux de pompes funèbres Grandjean, Wisportstraße 7, 54295 Trèves.

La basilique St. Matthias se trouve sous l’ adresse suivant : Matthiasstraße 85, 54295 Trier.

Si vous voulez venir, il n’y a pas de nécessité de m’ informer avant. Si vous voulez nous accompagner à ce l’ occassion, venez tous simplement pour chanter, prier et célébrer avec nous l’ ésperance et rester après encore avec nous pour un moment de rencontre personnelle !

Freunschaftlichst/ Amitié,

Karsten.
***
Würdigung Gretel Müller im Trauergottesdienst am Mittwoch, den 13. April 2016 um 15h00 in der Basilika St. Matthias gehalten von Bruder Athanasius Polag OSB

Karsten: Liebe Familie, liebe Freunde, herzlichen Dank, dass ihr noch einmal mit uns hier zusammen gekommen seid, um vorerst Abschied zu nehmen von Gretel Müller, die uns/ euch Mutter, Schwiegermutter, Oma, Uroma oder Freundin war, die uns am Samstag, den 02. April 2016 um 13h35 im Mutterhaus vorläufig verlassen hat. Ihre Kräfte hatten zu guter Letzt nicht mehr ausgereicht, um ihrer Lungenentzündung etwas entgegen zu setzen.

Silke: Antoine de Saint-Exupéry schreibt in seinem „Kleinen Prinz“ im Gespräch zwischen dem Kleinen Prinzen und der Rose: „Hast du Angst vor dem Tod?“, fragte der Kleine Prinz. Darauf antwortete die Rose: „Aber nein. Ich habe doch gelebt, ich habe geblüht und meine Kräfte eingesetzt, soviel ich konnte. Und Liebe, tausendfach verschenkt, kehrt wieder zurück zu dem, der sie gegeben. So will ich warten auf das neue Leben und ohne Angst und Verzagen blühen.“

Diese Zeilen des Franzosen fassen wunderbar das Wesen unserer Oma zusammen.

Karsten: Liebe, Treue, Einfachheit charakterisierten Gretel Müller.

Liebe: Empfindsamkeit und Mitgefühl für die Situation der Menschen in ihrem Umfeld waren kennzeichnend für sie, aber auch für sie und ihren Mann als Paar. Wenn irgendwer aus ihrem familiären oder sie umgebenden Umfeld bedürftig war, materiell oder seelisch, haben beide nicht lange gefackelt, sondern gerne abgegeben von dem Materiellen, was sie bis zuletzt immer in ausreichendem Maße, aber nie im Überfluß hatten. Wer ein gütiges Ohr brauchte, fand bei ihr immer Zeit und eine offene Tür. Vorurteile, kulturelle, sprachliche und religiöse Grenzen spielten dort nie eine Rolle. In den Zeiten, in denen unsere Familie sich in Auflösung befand waren sie unsere einende Klammer und das bergende Obdach. Vielleicht waren die eigenen Entbehrungen, der Hunger, die absolute Zerstörungskraft des Hasses und die existenzielle Bedeutung der Solidarität, die sie in jüngsten Jahren im Kriege erleben mussten, die Quellen dieser Haltung. Alles das bewahrte sie nicht davor, in der Familie selbst den Bannstrahl von Willkür und Rücksichtslosigkeit zu erfahren. Schläge, die sie tief geprägt haben. Ihre Liebe war oft ohne Maß und Begrenzung und so desöfteren auch schutzlos. Sich abzugrenzen war nicht die Sache unserer Oma, unserer Großeltern.

Treue: Neben der Liebe war die Treue ein wichtiges Merkmal, der Gretel ausgemacht hat. Besonders auch in der Treue zu ihrem 2009 verstorbenen Mann Johann. Im Juli 2009 konnte sie zusammen in ihrem Wohnzimmer Gott Danke sagen für 60. gemeinsame Jahre im Rahmen einer Eucharistie mit Bruder Augustinus. Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre, wie tief mein Opa, der ansonsten nicht so nah am Wasser gebaut war, währen des ganzen Gottesdienstes von Tränen gerührt war. Vielleicht hat er da schon geahnt, dass er am 23. Oktober seiner Frau in die Ewigkeit vorrausgehen sollte. Den Großteil ihres Lebens haben beide zusammen verbracht und ebenso in der Beziehung zueinander Distanz und Nähe, Licht und Schatten durchlebt, sich aber die Treue gehalten. Solange es ihre Kraft zuließ, waren die mehrmals wöchentlichen Momente am Grab ihres Mannes ein fester Termin in ihrer Woche. Vergebung und Weitermachen, so ihr Credo.

Einfachheit: Fundament all dessen war bis zuletzt ihr tiefer und einfacher gelebter Glaube. Besonders geprägt hat diesen die Aura dieses Ortes hier, geprägt von Benediktinischer Bodenständigkeit und alten, tiefen Wurzeln, die Ruhe vor dem Andachtsbild der Mattheiser Mutter Gottes und der Verehrung des Heiligen Rockes im Dom. Wer unsere Oma kannte, weiß, dass sie barocke Gesten und abgehobenes Reden nicht sehr schätzte. Sie war eine in Gesten und Worten einfache Person. Sie versuchte zu sagen, was sie lebte und zu leben, was sie sagte.

Silke: Du warst für mich und meine Kinder wie eine Mutter und ein lieber Engel, du fehlst uns so unendlich. Danke, dass wir ein Teil in Deinem Leben sein durften. Pass gut von dort oben auf uns auf! Wir werden Dich immer lieben!

Karsten: Ein Gedanke von Dietrich Bonhoeffer zum Abschluß:

Es gibt nichts, was die Abwesenheit eines geliebten Menschen ersetzen kann ; und man soll das auch gar nicht versuchen, man muss es einfach aushalten ; das klingt zunächst sehr hart, aber zugleich ist es ein großer Trost, denn indem die Lücke wirklich unausgefüllt bleibt, bleibt man durch sie miteinander verbunden.
Zusammen: Danke und auf ein Wiedersehen!

– weitere Tätigkeiten:

– Koordinator des ‚ Netzwerkes Legasthenie und Dyskalkulie in der Region Trier‘,

– Schulelternsprecher der Grundschule Am Biewerbach in Trier-Biewer

– Mitglied der Gewerkschaften Ver-di und des LCGB, sowie CGFP.

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